Ihr Gewinn aus einer Aktie ist die Differenz zwischen Verkaufs- und Kaufkurs, multipliziert mit der Stückzahl. Kaufen Sie 80 Aktien zu 42,50 € und verkaufen sie zu 51 €, verdienen Sie 680 €. Das ist eine Rendite von 20% auf 3.400 € Einsatz.
Gebühren, Steuern und Dividenden lässt der Rechner weg; Sie können sie selbst ergänzen.
Welche Kurse gehören in die Felder?
Tragen Sie Kurse je Aktie ein, keine Gesamtbeträge. Beide finden Sie auf den Wertpapierabrechnungen Ihrer Bank. Halten Sie die Aktie noch, tragen Sie den heutigen Kurs ein und sehen Ihren Buchgewinn oder Buchverlust. Steuerlich zählt nach § 20 Abs. 2 EStG erst der Gewinn aus dem Verkauf.
- Mehrere Käufe: Tragen Sie Ihren Durchschnittskurs ein; ihn ermittelt der Aktien-Durchschnittsrechner. Für die Steuer gelten bei sammelverwahrten Aktien nach § 20 Abs. 4 EStG die zuerst gekauften Stücke als zuerst verkauft.
- Aktiensplit: Teilen Sie den alten Kaufkurs durch das Splitverhältnis und vervielfachen Sie die Stückzahl entsprechend. Das übernimmt auch der Aktiensplit-Rechner.
- Totalverlust: Ist die Aktie wertlos, tragen Sie 0 € als Verkaufskurs ein. Der Rechner zeigt dann −100%.
Ordergebühren: Kleine Orders brauchen mehr Kursplus
Die Kosten und Nebenkosten jeder Order muss Ihre Bank laut BaFin rechtzeitig bereitstellen, auf einem dauerhaften Datenträger. Als Privatkunde können Sie auf diese Information nicht verzichten. Bei Teilausführungen entscheidet die Bank, ob sie die Gebühr für jede Ausführung einzeln oder nur einmal berechnet.
Ein Gebührenfeld hat der Rechner nicht. Teilen Sie die Kaufgebühr durch die Stückzahl und schlagen Sie sie auf den Kaufkurs auf. Die Verkaufsgebühr je Aktie ziehen Sie vom Verkaufskurs ab. Angenommen, jede Order kostet 10 € und der Kurs steigt um 5%:
| Order, Kurs von 50 € auf 52,50 € | Eingesetzt inkl. Kaufgebühr | Gewinn nach Gebühren | Rendite |
|---|---|---|---|
| 2.000 € ohne Gebühren | 2.000 € | 100 € | 5,00% |
| 500 €, je Order 10 € | 510 € | 5 € | 0,98% |
| 2.000 €, je Order 10 € | 2.010 € | 80 € | 3,98% |
| 10.000 €, je Order 10 € | 10.010 € | 480 € | 4,80% |
Bei 500 € Einsatz bleibt von 5% Kursplus weniger als 1% Rendite. Ins Plus kommt diese Order erst bei mehr als 4% Kursanstieg, denn 20 € Gebühren sind 4% von 500 €. Bei 10.000 € kosten dieselben Gebühren nur 0,2 Prozentpunkte.
Abgeltungsteuer: Was vom Kursgewinn übrig bleibt
Für Kursgewinne gilt dieselbe Abgeltungsteuer wie für Zinsen und Dividenden. Sie beträgt 25%, plus 5,5% Solidaritätszuschlag auf diese Steuer und gegebenenfalls Kirchensteuer. Ohne Kirchensteuer ergibt das 26,375%. Ihre Bank in Deutschland zieht die Steuer beim Verkauf ab und leitet sie ans Finanzamt weiter.
Als Gewinn gilt nach § 20 Abs. 4 EStG der Verkaufserlös minus die Anschaffungskosten. Vom Erlös werden vorher die Aufwendungen abgezogen, die unmittelbar mit dem Verkauf zusammenhängen. Die Verkaufsgebühr senkt also auch die Steuer. Laufende Kosten wie eine Depotgebühr zählen nicht dazu. Tatsächliche Werbungskosten schließt § 20 Abs. 9 EStG aus, dafür gibt es den Sparer-Pauschbetrag.
Der Pauschbetrag beträgt 1.000 € im Jahr, für zusammen veranlagte Ehegatten 2.000 €. Er deckt Zinsen, Dividenden und Kursgewinne gemeinsam ab. Ihre Bank zieht ihn nur ab, wenn Sie ihr einen Freistellungsauftrag erteilt haben. Ohne Auftrag behält sie ab dem ersten Euro Steuer ein. Mit freiem Pauschbetrag blieben die 680 € aus dem Eingangsbeispiel steuerfrei.
Verluste aus Aktien: ein eigener Verrechnungskreis
Verkaufen Sie unter dem Kaufkurs, zeigt der Rechner ein Minus. 120 Aktien, gekauft zu 25 € und verkauft zu 18,50 €, ergeben −780 € oder −26%. Solche Verluste verrechnet Ihre Bank mit Gewinnen, dafür führt sie verschiedene Verlustverrechnungstöpfe. Für Verluste aus Aktienverkäufen gilt laut Finanzverwaltung NRW ein eigener Verrechnungskreis.
Nach § 20 Abs. 6 EStG dürfen diese Verluste nur mit Gewinnen aus Aktienverkäufen ausgeglichen werden. Gegen Dividenden und Zinsen hilft ein Aktienverlust deshalb nicht. Angenommen, Ihr Pauschbetrag ist schon verbraucht:
| Fall, Pauschbetrag schon verbraucht | Steuerpflichtig | Steuer mit 26,375% |
|---|---|---|
| 2.000 € Kursgewinn, kein Verlust | 2.000 € | 527,50 € |
| 2.000 € Kursgewinn, 800 € Aktienverlust bei derselben Bank | 1.200 € | 316,50 € |
| 2.000 € Dividenden, 800 € Aktienverlust bei derselben Bank | 2.000 € | 527,50 € |
| 2.000 € Kursgewinn, 800 € Aktienverlust bei einer anderen Bank | 2.000 € | 527,50 € |
In der dritten Zeile bleibt der Verlust im Topf, weil nur Dividenden anfallen. Was am 31. Dezember übrig ist, trägt die Bank ins nächste Jahr vor.
Liegt der Verlust bei einer anderen Bank, kennt die erste Bank ihn nicht und zieht die volle Steuer ab. Verrechnen lässt sich das dann über die Einkommensteuererklärung. Dafür beantragen Sie bis zum 15. Dezember des laufenden Jahres bei der Bank mit dem Verlust eine Verlustbescheinigung. Der Antrag ist unwiderruflich, und die Bank trägt den Verlust dann nicht mehr selbst vor.
Mit Arbeitslohn oder anderen Einkunftsarten lassen sich Verluste aus Kapitalvermögen nicht verrechnen.
30% Gewinn: Wie lange hat es gedauert?
Der Rechner kennt keine Haltedauer. Für Vergleiche rechnen Sie die Rendite auf ein Jahr um. Hier sind es jedes Mal 30%, aus 10.000 € werden 13.000 €:
| Haltedauer | Gesamtrendite | Pro Jahr |
|---|---|---|
| 3 Monate | 30% | 185,6% |
| 1 Jahr | 30% | 30,0% |
| 3 Jahre | 30% | 9,1% |
| 5 Jahre | 30% | 5,4% |
| 10 Jahre | 30% | 2,7% |
Drei Monate mit 30% entsprechen rechnerisch 185,6% pro Jahr. Das setzt voraus, dass Ihnen derselbe Erfolg viermal hintereinander gelingt. Über fünf Jahre bleiben von denselben 30% nur 5,4% jährlich. Andere Zeiträume rechnet der Annualisierte-Rendite-Rechner um.
Aktien in Dollar: Der Wechselkurs rechnet mit
Geschäfte in fremder Währung werden für die Steuer nach § 20 Abs. 4 EStG in Euro umgerechnet. Der Erlös zählt zum Zeitpunkt des Verkaufs, die Anschaffungskosten zum Zeitpunkt des Kaufs. Angenommen, Sie kaufen 10 US-Aktien zu 100 $, als ein Euro 1,10 $ kostet:
| Rechnung für 10 US-Aktien | Rendite |
|---|---|
| In Dollar: Kauf zu 100 $, Verkauf zu 110 $ | 10,0% |
| In Euro, Wechselkurs bleibt bei 1,10 $: 90,91 € zu 100,00 € | 10,0% |
| In Euro, Wechselkurs steigt auf 1,25 $: 90,91 € zu 88,00 € | −3,2% |
In Dollar verdienen Sie 10%. Steigt der Euro bis zum Verkauf auf 1,25 $, wird daraus ein Verlust von 3,2%. Für 10 Aktien sind das rund 29 €. Tragen Sie deshalb beide Kurse in Euro ein, jeweils zum Wechselkurs des Handelstags umgerechnet.
Auch Dividenden fehlen im Ergebnis. Addieren Sie die erhaltenen Dividenden je Aktie zum Verkaufskurs, dann zeigt die Rendite Ihren Gesamtertrag vor Steuern. Die Ausschüttungsrendite berechnet der Dividendenrendite-Rechner.
Quellen
- Finanzverwaltung NRW, Verluste aus Kapitalvermögen (abgerufen am 26. September 2026)
- Finanzverwaltung NRW, Abgeltungsteuer: Steuersatz, Solidaritätszuschlag, Kirchensteuer (abgerufen am 26. September 2026)
- Finanzverwaltung NRW, Sparer-Pauschbetrag und Freistellungsauftrag (abgerufen am 26. September 2026)
- Einkommensteuergesetz, § 20 (Gesetzestext bei lxgesetze.de, zuletzt geändert am 29. Juni 2026)
- BaFin, Wertpapiergeschäfte: Kosten und Teilausführungen (abgerufen am 26. September 2026)