Gewinn, Verlust und Rendite einer Position
Dieser Rechner nimmt die drei Zahlen, die nach einem Trade tatsächlich vorliegen — Kaufkurs, Verkaufskurs, Stückzahl — und liefert den Betrag und die prozentuale Rendite. Beide beantworten verschiedene Fragen und werden regelmäßig verwechselt.
Die beiden Formeln
Die erste sagt, was auf dem Konto ankam. Die zweite sagt, wie hart das Geld gearbeitet hat — und nur sie erlaubt es, einen 200-Euro-Trade mit einem über 20.000 Euro zu vergleichen.
Rechenbeispiel: 100 Stück zu 50 €, verkauft zu 65 €
- Eingesetzt: 100 × 50 = 5.000 €
- Erlös: 100 × 65 = 6.500 €
- Gewinn: 1.500 €
- Rendite: 1.500 ÷ 5.000 = 30%
Die Haltedauer entscheidet über die Bewertung
30% in drei Monaten sind annualisiert rund 175%. Dieselben 30% über fünf Jahre sind 5,4% pro Jahr und damit kaum mehr als Tagesgeld.
| Gehalten | Gesamtrendite | Annualisiert |
|---|---|---|
| 3 Monate | 30% | ~186% |
| 1 Jahr | 30% | 30,0% |
| 3 Jahre | 30% | 9,1% |
| 5 Jahre | 30% | 5,4% |
Eine Rendite ohne Zeitangabe ist unvollständig. Rechnen Sie auf ein Jahr um, bevor Sie irgendetwas vergleichen.
Was vor der Auszahlung abgeht
Die 1.500 € sind brutto. Zwei Posten mindern sie:
- Ordergebühren auf beiden Seiten, bei Neobrokern rund 2 €, bei Filialbanken schnell 25 € je Order
- Abgeltungsteuer von 25% plus Soli, mit Kirchensteuer rund 26,4 bis 27,8%
Ohne Freibetrag bleiben von 1.500 € etwa 1.104 €, die reale Rendite liegt also näher bei 22% als bei 30%.
Der Sparer-Pauschbetrag
Vor der Steuer greifen 1.000 € Freibetrag je Person, bei Zusammenveranlagung 2.000 €. Von den 1.500 € wären damit nur 500 € steuerpflichtig, was rund 132 € statt 396 € kostet.
Der Freistellungsauftrag muss bei der Bank hinterlegt und bei mehreren Depots aufgeteilt werden. Nicht genutzter Freibetrag verfällt zum Jahresende und lässt sich nicht ins Folgejahr übertragen.
Die Positionsgröße fehlt in der Rechnung
Der Rechner fragt nicht, welchen Anteil am Depot die Position ausmachte — und genau der entscheidet, ob 30% etwas bedeuten.
30% auf 2% des Depots bringen 0,6% insgesamt. Dieselben 30% auf eine 40%-Position bringen 12% — und hätten bei umgekehrtem Verlauf 12% gekostet. Bevor ein Trade nach seiner Rendite beurteilt wird, gehört die Frage dazu, welchen Anteil er am Ganzen hatte.
Was hier fehlt
Dividenden während der Haltedauer, Währungsbewegungen bei ausländischen Aktien und Verlustpositionen. Ein einzelner gewinnbringender Trade sagt nichts über das Depot, in dem er steckt.
Verluste verrechnen
Verluste aus Aktienverkäufen dürfen in Deutschland nur mit Gewinnen aus Aktienverkäufen verrechnet werden — nicht mit Dividenden, nicht mit Zinsen, nicht mit Fondsgewinnen. Diese Trennung gilt seit Jahren und überrascht regelmäßig.
Nicht genutzte Verluste trägt die Bank in den Verlustverrechnungstopf vor. Bei mehreren Depots braucht es eine Verlustbescheinigung, die bis zum 15. Dezember beantragt werden muss, sonst bleiben Gewinne beim einen Broker versteuert, während beim anderen ungenutzte Verluste liegen.
Verwandte Rechner
- Annualisierte Rendite — rechnet diesen Wert auf ein Jahr um
- Einstandskurs-Rechner — der wahre Kaufkurs nach mehreren Käufen
- Drawdown-Rechner — der Rückgang, den man aushalten müsste