Die Dividendenrendite ist die jährliche Dividende je Aktie, geteilt durch den aktuellen Aktienkurs. Zahlt eine Aktie zu 40 € im Jahr 1,60 € aus, liegt ihre Rendite bei 4%.
Die Zahl zeigt Ihren laufenden Ertrag vor Steuern, gemessen am heutigen Kurs. Ob die Dividende sicher ist und wie sich der Kurs entwickelt, verrät sie nicht.
Welche Dividende und welchen Kurs tragen Sie ein?
Tragen Sie die Dividende für ein ganzes Jahr ein. Zahlt ein Unternehmen vierteljährlich, addieren Sie die vier Zahlungen. Eine einmalige Sonderdividende lassen Sie weg, sonst wirkt die laufende Ausschüttung höher, als sie ist.
Mit der zuletzt gezahlten Dividende blicken Sie zurück. Für eine Kaufentscheidung zählt, was künftig fließt, und das ist nicht garantiert. Dividende und Kurs müssen in derselben Währung stehen: Bei einer US-Aktie tragen Sie beide in Dollar ein.
Mit Ihrem Kaufkurs statt des heutigen Kurses erhalten Sie die Rendite auf Ihren Einstand. Für den Vergleich mit anderen Anlagen ist aber der heutige Kurs die richtige Basis. Zu ihm könnten Sie verkaufen und das Geld anders anlegen.
Die Ergebniszeile „Wäre der erste Wert 10% höher“ zeigt die Rendite nach einer um 10% erhöhten Dividende.
Warum eine hohe Rendite nach einem Kurssturz ein Warnsignal ist
Der Kurs steht im Nenner. Fällt er, steigt die Rendite, obwohl das Unternehmen keinen Cent mehr ausschüttet. Ein Beispiel mit 2,40 € Dividende je Aktie:
| Situation | Dividende je Aktie | Kurs | Dividendenrendite |
|---|---|---|---|
| Ausgangslage | 2,40 € | 60 € | 4,0% |
| Kurs fällt um ein Drittel | 2,40 € | 40 € | 6,0% |
| Kurs halbiert sich | 2,40 € | 30 € | 8,0% |
| Danach wird die Dividende halbiert | 1,20 € | 30 € | 4,0% |
| Danach wird die Dividende gestrichen | 0 € | 30 € | 0,0% |
Nach dem Kurssturz meldet der Rechner 8%. Diese Zahl kombiniert die alte Dividende mit dem neuen, niedrigen Kurs. Ob die Dividende in dieser Höhe weiter fließt, entscheidet sich erst bei der nächsten Ausschüttung.
Halbiert das Unternehmen die Dividende, sind es wieder 4%, nur auf einen halb so hohen Kurs. Streicht es sie, bleibt nichts. Eine auffällig hohe Rendite ist deshalb ein Anlass, Kursverlauf und Gewinn zu prüfen. Ein Beleg für eine günstige Aktie ist sie nicht.
Deckt der Gewinn die Dividende? Die Ausschüttungsquote
Ob eine Dividende zu halten ist, zeigt der Vergleich mit dem Gewinn. Die Ausschüttungsquote teilt die Dividende je Aktie durch den Gewinn je Aktie. Drei Aktien kosten je 50 € und zahlen je 3 € Dividende. Alle drei rentieren also mit 6%:
| Aktie zu 50 € | Dividende je Aktie | Gewinn je Aktie | Ausschüttungsquote |
|---|---|---|---|
| A, KGV 10 | 3 € | 5 € | 60% |
| B, KGV 12,5 | 3 € | 4 € | 75% |
| C, KGV 20 | 3 € | 2,50 € | 120% |
Aktie C schüttet 120% ihres Gewinns aus. Das Unternehmen zahlt mehr aus, als es im Jahr verdient hat. Die 0,50 € je Aktie über dem Gewinn stammen nicht aus dem Jahresergebnis. Auf Dauer geht das nur, wenn der Gewinn wieder steigt.
Rendite, Quote und Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) hängen fest zusammen:
Bei Aktie A sind das 60% ÷ 10 = 6%, bei Aktie C 120% ÷ 20 = 6%. Hinter derselben Rendite kann also eine gut gedeckte oder eine wacklige Dividende stecken.
Den Gewinn je Aktie finden Sie im Geschäftsbericht, oft als „Ergebnis je Aktie“. Nehmen Sie Dividende und Gewinn aus demselben Geschäftsjahr. Die Quote berechnet der Ausschüttungsquoten-Rechner, das KGV der Kurs-Gewinn-Verhältnis-Rechner.
Was von 4% nach Abgeltungsteuer übrig bleibt
Dividenden gehören wie Zinsen und Kursgewinne zu den Einkünften aus Kapitalvermögen. Der Steuersatz beträgt 25%, dazu kommen 5,5% Solidaritätszuschlag auf die Steuer. Zusammen sind das 26,375% vom steuerpflichtigen Ertrag, ohne Kirchensteuer.
Steuerfrei bleiben Kapitalerträge bis zum Sparer-Pauschbetrag nach § 20 Abs. 9 EStG: 1.000 € im Jahr, für zusammen veranlagte Ehegatten 2.000 €. Er gilt für alle Kapitalerträge gemeinsam. Beim Steuerabzug durch die Bank wirkt er nur mit einem Freistellungsauftrag.
Für eine Einzelperson mit Freistellungsauftrag und ohne weitere Kapitalerträge kostet nur der Teil über 1.000 € Steuer, nämlich 26,375%. Bei 4% Rendite vor Steuern ergibt sich:
| Dividende im Jahr (4% des Depots) | Depotwert | Dividende nach Steuer | Rendite nach Steuer |
|---|---|---|---|
| 1.000 €, ganz im Pauschbetrag | 25.000 € | 1.000,00 € | 4,00% |
| 2.000 €, davon 1.000 € steuerpflichtig | 50.000 € | 1.736,25 € | 3,47% |
| 4.000 €, davon 3.000 € steuerpflichtig | 100.000 € | 3.208,75 € | 3,21% |
| 10.000 €, davon 9.000 € steuerpflichtig | 250.000 € | 7.626,25 € | 3,05% |
| 4.000 €, Pauschbetrag schon verbraucht | 100.000 € | 2.945,00 € | 2,95% |
Bei 50.000 € Depot fließen 2.000 € Dividende. Nach Abzug des Pauschbetrags sind 1.000 € steuerpflichtig, die Steuer beträgt 263,75 €. Es bleiben 1.736,25 €, also 3,47% auf das Depot. Je größer das Depot, desto näher rückt die Nettorendite an 2,95%.
Rund 2,95% bleiben auch, wenn Zinsen den Pauschbetrag schon aufgebraucht haben. Mit 9% Kirchensteuer sinkt der Kapitalertragsteuersatz laut Finanzverwaltung NRW auf 24,45%. Samt Soli und Kirchensteuer kostet das in ihrem Rechenbeispiel knapp 28% des steuerpflichtigen Ertrags. Ohne freien Pauschbetrag werden aus 4% dann rund 2,88%.
Für Zinsen gelten derselbe Steuersatz und derselbe Pauschbetrag. Beim Vergleich mit Tagesgeld verzerrt die Steuer das Bild bei deutschen Aktien also nicht. Der Unterschied liegt im Risiko: Auf Zinsen haben Sie einen Anspruch, auf künftige Dividenden nicht.
Aktien aus dem Ausland
Bei ausländischen Unternehmen regelt ein Doppelbesteuerungsabkommen, sofern eines besteht, welcher Staat die Dividende besteuern darf. Behält der ausländische Staat Steuer ein, kommt zunächst weniger auf Ihrem Konto an. Um diese Steuer zu senken oder zurückzuholen, brauchen Sie laut Finanzverwaltung NRW meist eine Ansässigkeitsbescheinigung Ihres Finanzamts. Rechnen Sie mit dem Betrag, der nach allen Abzügen ankommt.
Dividende plus Kursänderung: Ihre Gesamtrendite
Die Dividendenrendite misst nur die Ausschüttung. Ob sich eine Aktie gelohnt hat, entscheidet der Kurs mit. Angenommen, Sie kaufen 100 Aktien zu 60 € und erhalten ein Jahr später 2,40 € Dividende je Aktie:
| Kurs nach einem Jahr | Kurs plus 2,40 € Dividende | Ergebnis für 100 Aktien | Gesamtrendite |
|---|---|---|---|
| 66 € (plus 10%) | 68,40 € | 840 € | 14,0% |
| 60 € (unverändert) | 62,40 € | 240 € | 4,0% |
| 54 € (minus 10%) | 56,40 € | −360 € | −6,0% |
| 30 € (halbiert) | 32,40 € | −2.760 € | −46,0% |
Ein Kursminus von 10% wiegt schwerer als 4% Dividende. Nach dem Kurssturz aus der ersten Tabelle bleibt trotz Dividende ein Minus von 46%. Im Aktien-Rechner bilden Sie das nach: Tragen Sie als Verkaufskurs den Kurs plus die erhaltene Dividende je Aktie ein.
Steuern sind in dieser Rechnung noch nicht abgezogen. Wie viel Dividende Ihr ganzes Depot im Jahr abwirft, zeigt der Dividenden-Rechner.
Quellen
- Finanzverwaltung NRW, Abgeltungsteuer: Steuersatz, Solidaritätszuschlag, Kirchensteuer und Rechenbeispiel (abgerufen am 26. September 2026)
- Finanzverwaltung NRW, Sparer-Pauschbetrag und Freistellungsauftrag (abgerufen am 26. September 2026)
- Einkommensteuergesetz, § 20 (Gesetzestext bei lxgesetze.de, zuletzt geändert am 29. Juni 2026)
- Finanzverwaltung NRW, Ansässigkeitsbescheinigung (abgerufen am 26. September 2026)