Der tatsächliche Einstandskurs nach mehreren Käufen
Wer dieselbe Aktie dreimal zu drei Kursen kauft, hat als Break-even keinen dieser Kurse. Maßgeblich ist die Gesamtsumme geteilt durch die Gesamtzahl der Stücke, und dieser eine Wert entscheidet, ob die Position im Plus oder im Minus steht.
Die Formel
Rechenbeispiel: 5.000 € auf 200 Aktien
Unabhängig davon, wie die einzelnen Käufe aussahen, beträgt der durchschnittliche Einstandskurs 25,00 €. Diesen Kurs muss die Aktie überschreiten, bevor die Position Gewinn zeigt.
| Kauf | Stück | Kurs | Betrag |
|---|---|---|---|
| 1 | 50 | 40 € | 2.000 € |
| 2 | 50 | 30 € | 1.500 € |
| 3 | 100 | 15 € | 1.500 € |
| Summe | 200 | 25,00 € Ø | 5.000 € |
Der einfache Mittelwert aus 40, 30 und 15 € wäre 28,33 €. Richtig sind 25,00 €, weil der günstigste Kauf doppelt so viele Stücke brachte. Kurse zu mitteln statt nach Stückzahl zu gewichten ist der Standardfehler an dieser Stelle.
Verbilligen, ehrlich betrachtet
Nachkaufen bei fallendem Kurs senkt den Einstandskurs und damit den Break-even. Es erhöht zugleich den Betrag, der in einer bislang verlustreichen Position steckt.
In der Tabelle senkte der dritte Kauf den Schnitt von 35 auf 25 € — und hob das Engagement von 3.500 auf 5.000 €. Fällt die Aktie weiter, liegt der Verlust nun auf einer größeren Basis. Die Strategie zahlt sich nur aus, wenn der Kursrutsch eine Fehlbewertung war und keine Verschlechterung, und diese Beurteilung hat mit der Rechnung nichts zu tun.
Welcher Kurs zum Break-even nötig ist
| Einstandskurs | Aktueller Kurs | Nötiger Anstieg |
|---|---|---|
| 25,00 € | 20,00 € | 25% |
| 25,00 € | 15,00 € | 67% |
| 25,00 € | 12,50 € | 100% |
Verluste und die Gewinne, die sie ausgleichen, sind asymmetrisch. Ein Rückgang um 50% verlangt einen Anstieg um 100%. Deshalb wiegt das Vermeiden großer Rückschläge schwerer als das Mitnehmen großer Gewinne.
Was das Finanzamt zugrunde legt
Für die Abgeltungsteuer gilt in Deutschland das FIFO-Prinzip: Beim Verkauf werden die zuerst gekauften Stücke als zuerst veräußert behandelt — nicht der Durchschnitt aus dieser Rechnung.
Wer 50 Stück verkauft, versteuert also den Gewinn gegen die 40 € des ersten Kaufs, nicht gegen die 25 € des Schnitts. Für die Frage „halten oder verkaufen" ist der Durchschnitt der richtige Wert, für die Steuererklärung nicht.
Was hier nicht enthalten ist
Ordergebühren, die zur investierten Summe gehören, sowie erhaltene Dividenden, die den effektiven Einstand senken. Aktiensplits verändern die Stückzahl und damit den Schnitt — danach neu rechnen.
Der Sparer-Pauschbetrag
Kursgewinne unterliegen der Abgeltungsteuer von 25% plus Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer, zusammen rund 26,4 bis 27,8%. Vorher greift der Sparer-Pauschbetrag von 1.000 € je Person, bei Zusammenveranlagung 2.000 €.
Ein Gewinn von 1.000 € auf dieser Position bliebe damit steuerfrei, sofern kein Freistellungsauftrag anderweitig verbraucht ist. Wer mehrere Depots führt, sollte den Auftrag aufteilen — nicht genutzter Pauschbetrag verfällt zum Jahresende und lässt sich nicht übertragen.
Der Empfindlichkeitstest
Erhöhen Sie investierter gesamtbetrag um 10%, von 5.000 € auf 5.500 €, und das Ergebnis verschiebt sich von 25 € auf 27,50 € — um +10,0%. Man sieht, welcher Wert das Ergebnis trägt.
Verwandte Rechner
- Aktiengewinn-Rechner — der Gewinn nach dem Verkauf
- Drawdown-Rechner — der Rückgang, den man aussitzen müsste
- Dividendenrechner — was die Position laufend abwirft