Die annualisierte Rendite ist der gleichbleibende Jahreszins, mit dem Ihr Anfangswert genau zum Endwert gewachsen wäre. So werden Anlagen mit unterschiedlicher Haltedauer vergleichbar.
Sie liegt nie über der Durchschnittsrendite, also dem einfachen Mittel Ihrer Jahresrenditen, und oft deutlich darunter. Steuern und Inflation sind im Ergebnis nicht berücksichtigt, solange Sie sie nicht selbst herausrechnen.
Der Exponent bildet den Zinseszins ab. Er sucht den einen Satz, der, Jahr für Jahr auf den gewachsenen Betrag angewandt, genau den Endwert ergibt. Die Jahre dürfen auch Bruchteile sein: Für 18 Monate tragen Sie 1,5 ein.
Was gehört in Anfangs- und Endwert?
Rechnen Sie mit Beträgen, nicht mit Kursen. Zum Anfangswert gehören der Kaufpreis und die Ordergebühren. Vom Endwert ziehen Sie die Verkaufskosten ab, denn erst danach steht Ihnen das Geld zur Verfügung.
Dividenden, die auf Ihr Konto geflossen sind, addieren Sie zum Endwert. Wiederangelegte Erträge stecken schon im Depotwert, zählen Sie sie also nicht doppelt. Den Gesamtgewinn in Prozent, ohne Umrechnung aufs Jahr, liefert der Rechner für die prozentuale Rendite.
Warum die Durchschnittsrendite zu hoch liegt
Die Durchschnittsrendite behandelt einen Verlust und einen gleich großen Gewinn, als höben sie sich auf. Das tun sie nicht. Nach 30% Minus brauchen Sie rund 43% Plus, bis Sie wieder bei null sind, denn 1 ÷ 0,7 ≈ 1,43.
Alle vier Verläufe in der Tabelle beginnen mit 10.000 € und bringen im Schnitt 8% pro Jahr. Je stärker die Schwankung, desto niedriger die tatsächliche Jahresrendite:
| Jahresrenditen | Wert nach 4 Jahren | Annualisierte Rendite |
|---|---|---|
| +8%, +8%, +8%, +8% | 13.604,89 € | 8,00% |
| +16%, 0%, +8%, +8% | 13.530,24 € | 7,85% |
| +25%, −10%, +15%, +2% | 13.196,25 € | 7,18% |
| +40%, −30%, +20%, +2% | 11.995,20 € | 4,65% |
Nur der gleichmäßige Verlauf erreicht die vollen 8%. Der unruhigste kommt bei gleichem Durchschnitt auf 4,65% im Jahr. Nennt Ihnen jemand nur eine Durchschnittsrendite, fragen Sie nach der annualisierten Zahl.
Wenige Monate nicht aufs Jahr hochrechnen
Wer den Gewinn aus wenigen Monaten annualisiert, unterstellt, dass es ein ganzes Jahr lang so weitergeht. Hier bringen 10.000 € jeweils 6% Gewinn, nur in unterschiedlich langer Zeit:
| Zeit für 6% Gewinn | Eingabe im Feld Jahre | Annualisierte Rendite |
|---|---|---|
| 3 Monate | 0,25 J. | 26,25% |
| 6 Monate | 0,50 J. | 12,36% |
| 9 Monate | 0,75 J. | 8,08% |
| 1 Jahr | 1 J. | 6,00% |
| 2 Jahre | 2 J. | 2,96% |
Die 26,25% der ersten Zeile hat niemand verdient. Es waren 6% in einem Quartal, gedanklich viermal hintereinander wiederholt. Die Global Investment Performance Standards (GIPS) sind Standards dafür, wie Vermögensverwalter Ergebnisse berechnen und Kunden präsentieren. Nach den GIPS dürfen Renditen für Zeiträume unter einem Jahr nicht annualisiert werden.
Für kürzere Zeiträume nennen Sie deshalb den einfachen Gewinn samt Dauer, etwa „6% in drei Monaten“.
Sparplan und Nachkauf: Hier hilft der interne Zinsfuß
Der Rechner vergleicht zwei Momentaufnahmen und kann Einzahlungen nicht von Gewinnen unterscheiden. Zwei Beispiele zeigen, wie weit das Ergebnis danebenliegen kann:
- Sparplan: Sie zahlen fünf Jahre lang zu Jahresbeginn je 2.400 € ein. Nach fünf Jahren ist das Depot 14.000 € wert.
- Nachkauf: Sie legen 10.000 € an und kaufen nach zwei Jahren für 5.000 € nach. Nach fünf Jahren sind es 19.000 €.
| Rechenweg | Rendite pro Jahr |
|---|---|
| Sparplan, Summe der Raten als Anfangswert: 12.000 € → 14.000 € | 3,13% |
| Sparplan, jede Rate in ihrem Jahr (interner Zinsfuß) | 5,18% |
| Nachkauf ignoriert: 10.000 € → 19.000 € | 13,70% |
| Nachkauf in seinem Jahr (interner Zinsfuß) | 5,58% |
Mit der Summe der Raten als Anfangswert unterschätzen Sie den Sparplan, denn die späten Raten waren nur kurz investiert. Wer den Nachkauf weglässt, kommt auf mehr als das Doppelte der tatsächlichen Rendite. Richtig liegt der interne Zinsfuß, der jede Zahlung zu ihrem Zeitpunkt berücksichtigt.
Im IRR-Rechner tragen Sie dafür einen Wert pro Jahr ein. Einzahlungen erfassen Sie negativ, Jahre ohne Zahlung mit 0 und den Endwert positiv.
Was nach der Abgeltungsteuer bleibt
Kursgewinne aus Aktien oder Fondsanteilen zählen zu den Einkünften aus Kapitalvermögen. Die Steuer darauf beträgt laut Finanzverwaltung NRW 25%, zuzüglich Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer. Der Soli beträgt 5,5% der Steuer, zusammen sind das 26,375%.
Vorher abzuziehen ist der Sparer-Pauschbetrag von 1.000 €, bei zusammen veranlagten Ehe- oder Lebenspartnern 2.000 €. Angenommen, Aktien ohne Dividende kosten Sie 20.000 € und sind nach sechs Jahren 32.000 € wert, ein Gewinn von 12.000 €. Sie verkaufen und zahlen keine Kirchensteuer. Versteuert wird der Gewinn abzüglich des noch freien Pauschbetrags:
| Fall | Endwert | Annualisierte Rendite |
|---|---|---|
| Vor Steuern | 32.000 € | 8,15% |
| Pauschbetrag schon ausgeschöpft: 3.165 € Steuer | 28.835 € | 6,29% |
| 1.000 € Pauschbetrag frei: 2.901,25 € Steuer | 29.098,75 € | 6,45% |
| 2.000 € frei (Ehegatten): 2.637,50 € Steuer | 29.362,50 € | 6,61% |
Die Steuer drückt die Jahresrendite hier um 1,54 bis 1,86 Prozentpunkte. Ob Ihr Pauschbetrag noch frei ist, hängt von Ihren übrigen Kapitalerträgen ab, etwa von Zinsen und Dividenden.
Für Investmentfonds gelten eigene Regeln. Laut Finanzverwaltung NRW gehören dort auch Vorabpauschalen zu den Erträgen, eine jährliche Mindestbesteuerung. Legt ein Fonds fortlaufend mehr als 50% in Kapitalbeteiligungen wie Aktien an, sind für Privatanleger 30% der Erträge steuerfrei. Ihre Rendite nach Steuern weicht dann von der Tabelle ab.
Nominal oder real: der Abzug für die Inflation
Auch nach Steuern ist Ihre Rendite noch nominal: Sie misst Euro, nicht Kaufkraft. Die EZB strebt nach eigenen Angaben mittelfristig eine Inflation von 2% an. Mit diesem Wert als Annahme sieht das Aktienbeispiel so aus:
| Rendite aus dem Beispiel | Nominal | Minus 2% (Näherung) | Real (exakt) |
|---|---|---|---|
| Vor Steuern | 8,15% | 6,15% | 6,03% |
| Nach Steuern, Pauschbetrag ausgeschöpft | 6,29% | 4,29% | 4,20% |
Einfaches Abziehen liegt knapp zu hoch. Genau ist die Division: (1 + nominal) ÷ (1 + Inflation) − 1. Ihre eigenen Werte rechnet der Rechner für die reale Rendite um.
Der Maßstab: Bundeswertpapiere mit passender Laufzeit
Eine annualisierte Rendite sagt erst im Vergleich etwas aus. Ein naheliegender Maßstab ist die Rendite eines Bundeswertpapiers, dessen Restlaufzeit zu Ihrer Haltedauer passt. Entscheidend ist die Rendite am Tag Ihres Kaufs, nicht die von heute.
Die Bundesbank veröffentlicht an jedem Handelstag Referenzpreise börsennotierter Bundeswertpapiere an der Frankfurter Wertpapierbörse, samt den zugehörigen Renditen. Die Listen gibt es auch als Monatsdateien im PDF- und Excel-Format.
Liegt Ihre Rendite nach Kosten kaum darüber, hat Ihnen das zusätzliche Risiko wenig eingebracht. Umsatz oder Mieten annualisiert der CAGR-Rechner mit derselben Formel.
Quellen
- Finanzverwaltung NRW, Abgeltungsteuer: Steuersatz, Solidaritätszuschlag, Sparer-Pauschbetrag (abgerufen am 27. September 2026)
- Finanzverwaltung NRW, Erträge aus Investmentfonds (abgerufen am 27. September 2026)
- CFA Institute, Overview of the Global Investment Performance Standards (2026 refresher reading)
- EZB, Measuring inflation and consumer prices (13. Mai 2024, englische Fassung)
- Deutsche Bundesbank, Prices and yields of listed Federal securities (englische Fassung, abgerufen am 27. September 2026)