Vom Gehaltszettel zur Jahreszahl
Kreditanträge, Mietverträge und Steuerformulare fragen nach dem Jahreseinkommen. Die meisten Menschen kennen stattdessen den Monatsbetrag. Dieser Rechner nimmt die Umrechnung vor, und die Abschnitte darunter erklären, warum zwei Personen mit demselben Monatsgehalt sehr unterschiedliche Jahreszahlen nennen.
Die Formel
Rechenbeispiel: 4.500 € im Monat
- 4.500 × 12 = 54.000 € im Jahr
Das 13. und 14. Monatsgehalt
Wo Weihnachts- und Urlaubsgeld gezahlt werden, ist die Zahl der Perioden nicht 12. Genau hier gehen die meisten Vergleiche schief:
| Modell | Perioden | Jahresbrutto |
|---|---|---|
| 12 Gehälter | 12 | 54.000 € |
| + Weihnachtsgeld | 13 | 58.500 € |
| + Urlaubs- und Weihnachtsgeld | 14 | 63.000 € |
Zwei Angebote mit identischen 4.500 € monatlich können sich um 9.000 € im Jahr unterscheiden. Bei Tarifverträgen sind 13 Gehälter verbreitet, in der Metall- und Elektroindustrie faktisch auch das vierzehnte.
Brutto, weil Formulare Brutto meinen
Von 54.000 € brutto bleiben in Steuerklasse I je nach Kirchensteuer und Krankenkassenzusatzbeitrag etwa 34.000 € netto — rund 2.830 € im Monat.
Banken und Vermieter fragen nach Brutto, weil es über Personen hinweg vergleichbar ist. Wer den Nettobetrag in einen Antrag einträgt, gibt sein Einkommen um etwa ein Drittel zu niedrig an und riskiert die Ablehnung.
Wenn das Einkommen schwankt
Der Rechner skaliert einen wiederkehrenden Betrag. Drei häufige Fälle sprengen das:
- Überstunden und Boni. Banken rechnen üblicherweise mit dem Schnitt der letzten zwei Jahre, nicht mit einem guten Monat
- Provision. Aus demselben Grund über zwei Jahre gemittelt
- Elternzeit oder unbezahlter Urlaub. Zwölf Monate à 4.500 € setzen zwölf Monate Arbeit voraus
Teilzeit und mehrere Quellen
Bei mehreren Einkommen jede Quelle einzeln aufs Jahr rechnen und dann addieren, statt die Monatssummen zusammenzuzählen — die Zahlungsrhythmen unterscheiden sich meist.
Ein Minijob bis 556 € bleibt für die beschäftigte Person abgabenfrei, zählt aber beim Jahreseinkommen mit und kann in Steuerklasse V anders wirken als erwartet.
Was hier fehlt
Steuern jeder Art, Arbeitgeberzuschüsse zur Altersvorsorge und geldwerte Vorteile wie ein Dienstwagen, der mit einem Prozent des Listenpreises monatlich zu versteuern ist und im Bruttogehalt nicht auftaucht.
Das Jahr, das im April beginnt
Wer im April anfängt, meldet für dieses Steuerjahr nicht zwölf Monatsgehälter. Neun Monate à 4.500 € sind 40.500 €, während eine Bank bei der Bonitätsprüfung weiterhin mit 54.000 € rechnet, weil das der laufende Satz ist.
Die beiden Zahlen dienen verschiedenen Zwecken: Die Steuererklärung braucht das tatsächlich Zugeflossene, der Kreditantrag das aktuelle Jahresniveau. Die falsche an der falschen Stelle einzutragen ist der häufigste Fehler bei dieser Rechnung.
Beitragsbemessungsgrenzen
Oberhalb bestimmter Schwellen steigen die Sozialabgaben nicht weiter. In der Kranken- und Pflegeversicherung liegt die Grenze deutlich unter der in der Renten- und Arbeitslosenversicherung.
Praktisch heißt das: Eine Gehaltserhöhung von 54.000 auf 60.000 € bringt netto anteilig mehr als der Sprung von 30.000 auf 36.000 €, weil ein Teil der Abgaben oberhalb der Grenze wegfällt. Wer Angebote vergleicht, sollte deshalb netto rechnen statt die Bruttodifferenz linear fortzuschreiben.
Verwandte Rechner
- Gehaltsrechner — die Brutto-Netto-Umrechnung, die hier bewusst fehlt
- Stundenlohn in Jahresgehalt — wenn nach Stunden bezahlt wird
- Schuldendienstquote — was Banken mit der Jahreszahl anfangen